Noch Fragen? Nehmen Sie gerne unverbindlich Kontakt mit uns auf:
0 23 65 / 20 71 6 - 0
post@rechtsanwalt-hermann.de
Anfahrt
Meerbuscher Nachrichten vom 18.04.2012 - 16 Millionen Euro für einen falschen Not-Kaiserschnitt
Die in Meerbusch lebende Muna Abdi kämpft für das Wohl ihres Sohnes. Wegen einem fehlerhaften Not-Kaiserschnitt ist der heute 14-jährige Abschir Abdi schwerstbehindert.
|
Meerbusch. Eigentlich sollte die Geburt eines Kindes immer ein erfreuliches Ereignis sein. Doch im Falle von Muna Abdi aus Meerbusch war es leider anders. Eine Notoperation mit Kaiserschnitt sollte das Leben ihres Sohnes für immer verändern. Am 20. Juli 1997 kam Abschir Abdi im St. Josefhopsital in Uerdingen zu Welt. Doch etwas lief schief während der OP - das Gehirn des Säuglings bekam zu lange keinen oder nur unzureichend Sauerstoff. Das Ergebnis war verheerend: Der heute 14-jährige ist seit seiner Geburt schwerstbehindert. Eine Lebenslange Aufgabe für die Mutter. |
Westdeutsche Zeitung vom 02.02.2012 - Kunstfehler: Weitere Zahlung an Familie
|
Krefeld. Weitere 250 000 Euro hat die Versicherung des Uerdinger St. Josefshospitals an die Familie Abdi in Lank gezahlt – 14 Jahre nach den verhängnisvollen Fehlern bei der Geburt des Jungen Abschir. Damit sind bislang 650 000 Euro an Schadensersatz geflossen. „Die Aufwendungen aus der Vergangenheit sind damit abgegolten“: Das sagen unisono die Mutter des schwerstbehinderten Kindes und der Pressesprecher der Aachen-Münchener Versicherung, Andreas Krosta. Bevor die WZ kurz vor Weihnachten erstmals über den Fall berichtete, sah es noch nach einem „Auf-Zeit-Spiel“ der Versicherung aus. Am Dienstag dieser Woche gab es mit allen Beteiligten Gespräch in der Kanzlei des Marler Patientenanwaltes Stefan Hermann, das von allen Seiten als „konstruktiv“ bezeichnet wird. Am 23. Februar wird eine neutrale Pflegegutachterin den Aufwand prüfen, der tagaus, tagein für Abschir Abdi nötig ist. Krosta: „Danach werden wir uns wieder zusammensetzen“. Mutter Muna Abdi könnte jetzt das Grundstück für ein behindertengerechtes Einfamilienhaus in Strümp kaufen. Allerdings muss noch das Familiengericht in Neuss zustimmen, dass der Sohn als Miteigentümer im Grundbuch eingetragen wird. Die Versicherung von verantwortlichem Arzt und Klinik signalisiert, die Mehrkosten für den behindertengerechten Bau zu übernehmen sowie durch eine Zahlung auf Rentenbasis die lebenslange Pflege des Kindes zu gewährleisten. |
Rheinische Post vom 14.01.2012 - Mutter kämpft für ihren Sohn
|
Meerbusch (RP). Vor 14 Jahren gab's bei der Geburt von Abschir Abdi aus Lank-Latum einen Kunstfehler. Seitdem ist der Junge schwer behindert. 2009 bekam die Familie vor Gericht ihr Recht, aber die Versicherung zögert. Für Muna Abdi aus Latum geht es um viel Geld, aber mehr noch um eine sichere Zukunft für ihren 14 Jahre alten und schwerbehinderten Sohn Abschir. Der Junge ist seit seiner Geburt im Uerdinger St.-Josefshospital am 20. Juli 1997 auf Hilfe rund um die Uhr angewiesen. Eine Notfall-Operation mit Kaiserschnitt dauerte zu lange, das Gehirn des Säuglings bekam keinen, oder nur unzureichend Sauerstoff. Der Eingriff dauerte 14 Minuten länger als der medizinische Standard es vorschreibt. Das hat auch im August 2009 in zweiter Instanz das Oberlandesgericht in Düsseldorf so gesehen und den Krankenhausträger zur Zahlung von Schmerzensgeld und allen notwendigen Folgekosten verurteilt.
Ende Februar wollen sich die Anwälte der Meerbuscherin mit Wurzeln in Somalia und die Vertreter der Klinik-Versicherung zusammensetzen, um einen außergerichtlichen Vergleich auszuhandeln. Es geht um Millionen. Bislang sei die Versicherung ihren Verpflichtungen noch nicht in vollem Umfang nachgekommen, erklärt Stefan Hermann, Fachanwalt für Medizinrecht. Gestern ein neuer Hoffnungsschimmer: Die Versicherung wolle in der kommenden Woche einen weiteren Abschlag von 300 000 Euro zahlen, sagte er.
Die Hochrechnung des Gesamtschadens belaufe sich daher – ohne die Kosten der Krankenkasse – auf sechs Millionen Euro. Das Krankenhaus habe bislang neben dem Schmerzensgeld nur 200 000 Euro als Abschlag gezahlt und biete an, weitere 1,7 Millionen Euro zu zahlen, berichtet Hermann.
Otmar Köck, Geschäftsführer des St. Josefshospital, erklärte gestern auf RP-Anfrage, "wir sind als Franziskus-Stiftung erst seit wenigen Jahren Träger des Krankenhauses". Er habe keinen Kontakt zur betroffenen Familie und deren juristischen Beistand. Die Auseinandersetzung sei eine Sache zwischen Versicherung und Anwälten. Insofern sei das Krankenhaus für öffentlich gestellte Forderungen nicht der richtige Ansprechpartner. Träger sei damals die katholische Kirchengemeinde Uerdingen gewesen. |
Bild-Zeitung vom 10.01.2012 - Das ist Deutschlands traurigster Millionär (14)
Bis zu 6 Millionen Euro für verpfuschte Geburt
|
Krefeld – Von Geburt an war das Leben des Jungen mit den großen, dunklen Augen verpfuscht. Weil eine OP-Schwester fehlte, die Ärzte zu lange mit dem Kaiserschnitt warteten, kam Abschir schwer behindert auf die Welt. 14 Minuten entschieden das Schicksal des 14-Jährigen. Jetzt geht es nach einem Gerichtsurteil um sechs Millionen Euro Schadenersatz! Mutter Muna A. (30) aus Meerbusch hatte sich so auf ihr viertes Kind gefreut. Endlich kam er, der Stammhalter nach drei Töchtern. Der Geburtstermin wurde für August 1997 errechnet. Und die Schwangerschaft mit dem Wunschkind verlief zunächst problemlos. Doch dann nahm das Drama seinen Lauf: Drei Wochen vor der geplanten Geburt ging die Mutter in ein Krankenhaus bei Düsseldorf. Die Schock-Diagnose Leichte Wehen, aber keine Herztöne des Wunschkindes! Ein Notfall! Die Ärzte leiteten einen Kaiserschnitt ein. Doch die Geburt dauerte zu lange, 34 Minuten. Weil eine Schwester zu spät kam, die die OP-Instrumente reicht... Arzthaftungsexperte Stefan Hermann (46) zu BILD.de: „Die Rechtsprechung erlaubt maximal 20 Minuten. Dann muss das Kind entbunden sein.“ 14 Minuten Verzögerung machten Wunschkind Abschir zu einem lebenslangen Pflegefall! Ärztepfusch! Das Landgericht Krefeld wies die erste Klage des behinderten Jungen noch zurück. Die Begründung: Für ein kleines Krankenhaus mit relativ wenigen Ärzten sei die Vorgabe von 20 Minuten zu streng. Doch das Oberlandesgericht Düsseldorf gab der Klage abschließend statt. Begründung hier: Die Hebamme hätte bei der Operation einspringen und assistieren können, um Abschir schneller zur Welt zu bringen. Das Urteil:
250 000 Euro Schmerzensgeld musste die Versicherung des Pfusch-Krankenhauses nach dem Urteil von August 2009 zahlen – plus 40 000 Euro Zinsen. Was aber noch viel teurer zu stehen kommt, ist der Schadenersatz für Vergangenheit und Zukunft – bis zu Abschirs Tod. Der schwerst behinderte Junge muss rund um die Uhr versorgt werden. Seine Mutter Muna kümmert sich rührend um ihn, ein anstrengender Vollzeitjob. Er ist mittlerweile so groß und schwer dass die Mutter in eine behindertengerechte Wohnung ziehen muss. Schon allein, um ihn in die Badewanne zu heben, braucht sie eine zweite Kraft. Derzeit schläft die Mutter mit ihrem Kind noch in einem Zimmer. Unhaltbare Zustände! Als sie vor Weihnachten mit Nierenversagen in die Klinik musste, kam der Junge in ein Hospiz. Ein Ort, wo gestorben wird, für ein Kind, das leben will. Unhaltbare Zustände!
Ein Sachverständiger hat dem Jungen eine normale Lebenserwartung attestiert. Für Männer liegt diese in Deutschland bei über 77 Jahren. Die Hochrechnung des Gesamtschadens beläuft sich allein bis zum Rentenalter – ohne die Kosten der Krankenkasse – auf rund sechs Millionen Euro! Mindestens! Die Versicherung hat neben dem Schmerzensgeld bislang nur 400 000 Euro Vorschuss gezahlt, also insgesamt rund 700 000 Euro. Sicher ist: Abschir wird Deutschlands traurigster Millionär! Denn die Versicherung hatte von sich aus schon 1,7 Millionen Euro als Gesamtvergleich angeboten. Zu eindeutig ist der tragische Fall von Ärztepfusch. Aber der Vorschlag reicht der Familie nicht aus, um den Jungen zu pflegen. Patienten-Anwältin Sabrina Diehl (30): „Wir könnten bis zu 16 Millionen Euro einfordern. Es geht der Mutter nicht ums schnelle Geld, sondern um die Absicherung ihres Sohnes. Für sie ziehen sich die Verhandlungen quälend-endlos in die Länge. Sie weiß nicht, was später sein wird, wenn sie sich altersbedingt nicht mehr selbst um den erwachsenen Abschir kümmern kann.“
Spätestens dann muss eine professionelle Pflege gesichert sein – und allein die kostet sehr, sehr viel Geld. Aktuell 23 000 Euro – pro Monat! Auf Anfrage von BILD.de erklärte die Versicherung jetzt: „Wir sind an einer Einigung interessiert, haben nichts gegen eine lebenslange Rentenzahlung, akzeptieren aber auch jede andere Lösung.“ Das erste Millionen-Angebot steht noch. Anfang Februar wird neu verhandelt. |
Westdeutsche Zeitung vom 22.12.2011 - Kunstfehler: Eine Mutter kämpft um die Pflege ihres Kindes
1997 ist Abschir nach verspätetem Kaiserschnitt mit schwersten Behinderungen zur Welt gekommen.
|
Meerbusch/Krefeld. Der 20. Juli 1997 ist ein rabenschwarzer Tag in der Geburtshilfe des Uerdinger St. Josefshospitals. Morgens um 6 Uhr erscheint die hochschwangere Muna Abdi aus Lank drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit starken Unterbauchschmerzen im Krankenhaus – aus dem sie erst sechs Stunden zuvor „ohne auffälligen Befund“ entlassen worden war. Ein Kaiserschnitt muss durchgeführt werden – doch das Team ist nicht komplett. Die OP-Schwester erscheint mit 14-minütiger Verspätung. Statt der per Richtlinie vorgegebenen 20 Minuten dauert die Geburt 34 Minuten. In dieser Zeit erhält das Kind keinen oder nur unzureichenden Sauerstoff: Die Folge ist eine schwere Schädigung des Gehirns. Ein Gutachter stellt später fest, dass auch der Kinderarzt aus dem Klinikum zu spät zu Hilfe gerufen wurde. Um 7.45 Uhr wird das Neugeborene in die Kinderklinik verlegt. Oberlandesgericht fällte ein deutliches Urteil. Seither kämpft die aus Somalia stammende Mutter um Schadensersatz für den heute 14 Jahre alten Abschir. Obwohl das Düsseldorfer Oberlandesgericht in zweiter Instanz am 20. August 2009 den verantwortlichen Arzt und den Krankenhaus-Träger dazu verurteilte, ein Schmerzensgeld von 250 000 Euro zu zahlen und dem Kläger „alle materiellen Schäden zu ersetzen, die ihm infolge der fehlerhaften Geburtsleitung“ entstanden sind, haben sich die Verhandlungen mit der Versicherung des Krankenhauses als überaus zäh erwiesen. Denn es geht um viel Geld.
Eine Abfindung über 1,7 Millionen Euro, die ein Anwalt „hinter meinem Rücken“ mit der Aachen-Münchener Versicherung ausgehandelt hatte, lehnt Muna Abdi ab: „Ein Gutachter hat meinem Sohn eine normale Lebenserwartung bescheinigt. Ich möchte, dass die lebenslange Pflege sichergestellt ist.“
In all den Jahren hat Muna Abdi selbst ihren Sohn gepflegt – unterstützt von ihren drei Töchtern, von denen die älteste (19) inzwischen ein Studium in Münster begonnen hat.
Weil die beiden anderen Töchter noch zur Schule gehen, ist Abschir im Viersener Kinderhospiz untergebracht worden. Weihnachten hatte sich die Familie Abdi anders vorgestellt. |
Rheinische Post vom 08.12.2011 - St. Josef schließt Geburtsklinik
|
Krefeld (RP). Das Uerdinger Hospital teilt mit, dass die Klinik für Geburtshilfe schließt. Die Geburtenzahlen gehen stark zurück, die Abteilung ist nicht mehr wirtschaftlich zu führen. Zugleich wird die Onko-Gynäkologie ausgebaut.
Die finanziellen Verluste der Geburtsklinik am Uerdinger St. Josef sind so hoch, dass die Geschäftsführung gestern die Reißleine zog und die Schließung der Geburtsklinik zum 31. März 2012 verkündete. Für das Jahr 2011 werden nur noch 480 Geburten erwartet. In Spitzenzeiten gab es am Josefshospital 2000, im Jahr 2008 dann 800 Geburten. Im vergangenen Geschäftsjahr machte die Geburtsklinik 500 000 Euro Verlust. Um sie verlustfrei zu halten, wären laut Experten 800 Geburten nötig.
Parallel zur angekündigten Schließung wurde jetzt bekannt, dass es wegen eines ärztlichen Kunstfehlers bei einer Geburt im Josefshospital 1997 einen Rechtsstreit zwischen der betroffenen Familie und der Versicherung der Klinik gibt. Die Familie hat bislang mehrere hunderttausend Euro Schmerzensgeld erhalten. Die Anwälte der Familie fordern weitere Entschädigungen in Millionenhöhe und haben sich an die Presse gewandt. Die Klinikbetreiber betonen, dass die Schließung nichts mit dem Rechtsstreit zu tun habe. Es sei "reiner Zufall", dass der Gang der Anwälte in die Öffentlichkeit mit der Bekanntgabe der Schließung zusammenfalle. Die Schließung sei schon in der vergangenen Woche mit den Arbeitnehmervertretern besprochen worden. Seit 2005 ist das Josefshospital in Trägerschaft der Franziskus-Stiftung Münster. Deren Regionalgeschäftsführer Ottmar Köck erklärte gestern: "Die Schließung ist die letzte Konsequenz." 20 Hebammen und Ärzten werde gekündigt. Die Krankenschwestern würden möglichst an anderer Stelle im Haus übernommen. Er werde sich dafür einsetzen, für die Gekündigten in anderen Häusern Stellen zu vermitteln. Alle Kündigungen sollen sozial-verträglich sein. Köck besprach die Schließung in der vergangenen Woche mit den Arbeitnehmervertretern. Gestern seien die Mitarbeiter informiert worden. Mit allen würden in der nächsten Woche Einzelgespräche geführt. Für Jens Westphal, ärztlicher Direktor des Krankenhauses, ist der Hauptgrund für den Geburtenrückgang die fehlende Kinderklinik. Sie sei für werdende Eltern zunehmend ein Entscheidungskriterium bei der Auswahl eines Krankenhauses zur Entbindung. "Wenn die Nachfrage stark zurückgeht, ist es notwendig und richtig, rechtzeitig darauf zu reagieren," so der Ärztliche Direktor. Uerdingens Bezirksvorsteher Elmar Jakubowski versuchte gestern in Gesprächen mit der Geschäftsführung noch, den Schritt zu verhindern. "Für uns als Bezirksvertreter ist das ein schwerer Schlag. Das heißt, dass es künftig keine gebürtigen Uerdinger mehr gibt." Die Krankenhäuser befinden sich aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung bei sinkender Geburtenzahl generell im Wettstreit um Entbindungen. Pro Geburt erhalten Krankenhäuser von den Krankenkassen 1400 Euro. Das Krefelder Klinikum, seit 2007 in Trägerschaft des privaten Betreibers Helios und somit in starker Konkurrenz zum St. Josefshospital, investierte 2008 in ein komplettes Mutter-Kind-Zentrum. Es wirbt offensiv, schenkt den Familien beispielsweise Kindersitze fürs Auto oder Schlafsäcke. Im Helios-Klinikum stiegen die Geburtenzahlen zuletzt: 2008 waren es noch 1108 Geburten, 2010 dann 1488. In diesem Jahr ist die Zahl auch dort rückläufig – nur leicht. Ausbau der Onkologie
Die Franziskus-Geschäftsführung teilte gestern außerdem mit, dass die Uerdinger Klinik für Frauenheilkunde künftig mit dem Florence-Nightingale-Krankenhaus in Kaiserswerth zusammenarbeitet. Unter neuer chefärztlicher Leitung von Professor Dr. Björn Lampe sollen die Möglichkeiten der Krebsbehandlung bei Frauen ausgebaut werden. Lampe ist Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Florence-Nightingale-Krankenhaus in Kaiserswerth, gilt als einer der bekanntesten Operateure im Bereich der gynäkologischen Krebsbehandlung Deutschlands. Ein umfassender Kooperationsvertrag regelt diese neue, langfristig ausgelegte Zusammenarbeit. |




_-_aerztepfusch-behandlungsfehler-rechtsanwalt-stefan-hermann-patientenanwalt-sabrina-diehl-schmerzensgeld_175x0.jpg)





